print

Bodenschätzungsgesetz – BodSchätzG

arrow_left arrow_right

1(Fundstelle: BGBl. I 2007, 3180 - 3181)


Die Bewertung des Ackerlandes erfolgt nach der Bodenart, der Entstehung und der Zustandsstufe.

BodenartEntstehungZustandsstufe
1234567
SD41 – 3433 – 2726 – 2120 – 1615 – 1211 –  7
SandAl44 – 3736 – 3029 – 2423 – 1918 – 1413 –  9
V41 – 3433 – 2726 – 2120 – 1615 – 1211 –  7
Sl (S/lS)D51 – 4342 – 3534 – 2827 – 2221 – 1716 – 11
anlehmigerAl53 – 4645 – 3837 – 3130 – 2423 – 1918 – 13
SandV49 – 4342 – 3635 – 2928 – 2322 – 1817 – 12
D68 – 6059 – 5150 – 4443 – 3736 – 3029 – 2322 – 16
lS71 – 6362 – 5453 – 4645 – 3938 – 3231 – 2524 – 18
lehmigerAl71 – 6362 – 5453 – 4645 – 3938 – 3231 – 2524 – 18
SandV57 – 5150 – 4443 – 3736 – 3029 – 2423 – 17
Vg47 – 4140 – 3433 – 2726 – 2019 – 12
SLD75 – 6867 – 6059 – 5251 – 4544 – 3837 – 3130 – 23
(lS/sL)81 – 7372 – 6463 – 5554 – 4746 – 4039 – 3332 – 25
starkAl80 – 7271 – 6362 – 5554 – 4746 – 4039 – 3332 – 25
lehmigerV75 – 6867 – 6059 – 5251 – 4443 – 3736 – 3029 – 22
SandVg55 – 4847 – 4039 – 3231 – 2423 – 16
D84 – 7675 – 6867 – 6059 – 5352 – 4645 – 3938 – 30
sL92 – 8382 – 7473 – 6564 – 5655 – 4847 – 4140 – 32
sandigerAl90 – 8180 – 7271 – 6463 – 5655 – 4847 – 4140 – 32
LehmV85 – 7776 – 6867 – 5958 – 5150 – 4443 – 3635 – 27
Vg64 – 5554 – 4544 – 3635 – 2726 – 18
D 90 – 8281 – 7473 – 6665 – 5857 – 5049 – 4342 – 34
100 – 9291 – 8382 – 7473 – 6564 – 5655 – 4645 – 36
LAl100 – 9089 – 8079 – 7170 – 6261 – 5453 – 4544 – 35
LehmV 91 – 8382 – 7473 – 6564 – 5655 – 4746 – 3938 – 30
Vg70 – 6160 – 5150 – 4140 – 3029 – 19
LTD87 – 7978 – 7069 – 6261 – 5453 – 4645 – 3837 – 28
schwererAl91 – 8382 – 7473 – 6564 – 5756 – 4948 – 4039 – 29
LehmV87 – 7978 – 7069 – 6160 – 5251 – 4342 – 3433 – 24
Vg67 – 5857 – 4847 – 3837 – 2827 – 17
D71 – 6463 – 5655 – 4847 – 4039 – 3029 – 18
TAl74 – 6665 – 5857 – 5049 – 4140 – 3130 – 18
TonV71 – 6362 – 5453 – 4544 – 3635 – 2625 – 14
Vg59 – 5150 – 4241 – 3332 – 2423 – 14
Mo
Moor54 – 4645 – 3736 – 2928 – 2221 – 1615 – 10

2Bodenart

Für die Bestimmung der Bodenart ist die Korngrößenzusammensetzung des Profils von der Ackerkrume bis zu einer Tiefe maßgebend, die für das Pflanzenwachstum von Bedeutung ist.
3Die Einordnung der Böden nach der Bodenart erfolgt bei der Bodenschätzung nach dem Anteil der abschlämmbaren Teilchen (< 0,01 mm), wobei in der Regel bei wechselnden Bodenarten im Gesamtprofil eine mittlere Bodenart angegeben wird.


4 Es werden acht mineralische Bodenarten und eine Moorgruppe unterschieden:


5Sand (S), anlehmiger Sand (Sl), lehmiger Sand (lS), stark lehmiger Sand (SL), sandiger Lehm (sL), Lehm (L), schwerer Lehm (LT), Ton (T) und Moor (Mo).


6Zustandsstufe

Bei der Definition der Zustandsstufe ist von der Vorstellung ausgegangen worden, dass sich der Boden entwickelt und verschiedene Stadien durchläuft.
7Von einem Zustand niedrigster Ertragsfähigkeit wird über eine zunehmende Bodenbildung und eine daraus resultierende zunehmende Durchwurzelungstiefe schließlich eine Stufe höchster Ertragsfähigkeit erreicht.


8Dieser optimale Entwicklungsgrad des Bodens erfährt jedoch durch Entkalkung, Bleichung, Versauerung und Verdichtung sowie abnehmende Durchwurzelungstiefe eine Alterung oder Degradierung.

9Bei der Einordnung in die Zustandsstufe sind die Mächtigkeit und Beschaffenheit der Ackerkrume sowie die Gründigkeit, das heißt die Durchwurzelbarkeit des Bodens, entscheidend.


10Es werden sieben Zustandsstufen unterschieden, wobei die Stufe 1 den günstigsten Zustand, Stufe 7 den ungünstigsten Zustand, also die geringste Entwicklung oder stärkste Verarmung kennzeichnet.

11Der Bewertung der Moorböden liegen nur fünf Stufen zugrunde, wichtig für die Einstufung sind hier in erster Linie der Grad der Zersetzung der organischen Substanz, der Umfang der mineralischen Beimischung sowie der Grundwasserstand.


12Entstehung

Die Entstehungsart als weiteres Kriterium bei der Einstufung der Ackerböden durch die Bodenschätzung ist eine stark vereinfachte geologische Differenzierung des Ausgangsgesteins.
13Je nach Alter und Lagerung des Ausgangsgesteins werden folgende Entstehungsarten unterschieden:
Al
Alluvium (nacheiszeitliche Lockersedimente aus Abschwemmmassen und Ablagerungen von Fließgewässern),
Löß (Lockersediment aus Windablagerung),
D
Diluvium (Lockersediment und -gestein eiszeitlichen und tertiären Ausgangsmaterials),
V
Verwitterung (Bodenentwicklung aus anstehendem Festgestein),
Vg
stark steinige Verwitterungs- und Gesteinsböden,
g
Zusatz bei hohem Grobbodenanteil von D- und Al-Böden (führt zur Wertminderung).
1Treten in einem Bodenprofil zwei Entstehungsarten auf (Mischentstehung), so werden bei entsprechend starker Ausprägung beide Symbole angegeben, zum Beispiel LöD oder DV.

2Bodenzahl

Je nach Bodenart, Zustandsstufe und Entstehungsart erhalten die Böden im Ackerschätzungsrahmen bestimmte Wertzahlen (Bodenzahlen) mit mehr oder weniger großen Spannen.
3Diese Bodenzahlen sind Verhältniszahlen; sie bringen die Reinertragsunterschiede zum Ausdruck, die unter sonst gleichen Verhältnissen bei gemeinüblicher und ordnungsgemäßer Bewirtschaftung allein durch die Bodenbeschaffenheit bedingt sind.

4Der beste Boden erhält die Bodenzahl 100.

Als Bezugsgrößen bei der Aufstellung des Schätzungsrahmens wurden die folgenden Klima- und Geländeverhältnisse sowie betriebswirtschaftlichen Bedingungen festgelegt:

58 °C mittlere Jahrestemperatur, 600 mm Jahresniederschlag, ebene bis schwach geneigte Lage, annähernd optimaler Grundwasserstand und die betriebswirtschaftlichen Verhältnisse mittelbäuerlicher Betriebe Mitteldeutschlands.


6Ackerzahl

Durch Zu- oder Abschläge bei günstigeren oder weniger günstigen natürlichen Ertragsbedingungen, wie Klima, Geländegestaltung und anderem, ergibt sich die Ackerzahl.
7Die Ackerzahl ist somit Maßstab für die natürliche Ertragsfähigkeit des Bodens am jeweiligen Standort.

8Die Höhe der Zu- und Abschläge ist auch abhängig von der Bodenart.

9So wirken sich starke Niederschläge auf schwere Böden negativ, auf leichtere Böden eher positiv aus.


10 Das gesamte Schätzungsergebnis eines Ackerbodens lautet zum Beispiel L 4 Al 65/70, das heißt, es handelt sich um einen Lehmboden, Zustandsstufe 4, Entstehungsart Alluvium, Bodenzahl 65, Ackerzahl 70.

Zuletzt geändert durch Art. 33 G v. 22.12.2023 I Nr. 411
Seite zuletzt aktualisiert am 23. Januar '26